Wird von „harten“ Metallen gesprochen, so kommt vielen Menschen zunächst der Begriff Stahl in den Sinn. Eine Stahlplatte gilt als unverwüstlich und lässt sich mit normalen Methoden kaum zerstören. Dass es sich bei Stahl um das härteste Metall überhaupt handelt, entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

Die härtesten Metalle sind nämlich ganz andere, wie zum Beispiel Osmium und Wolfram. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, was hart per Definition bedeutet. Stahl ist zwar in der Tat sehr stabil und unter den Metallen eines der „ritzstärksten“ (kann andere Metalle zerkratzen). Es spielt auf der Skala der „Mohs´schen-Härte“ aber keine Rolle. Tabellenführer ist hier der Diamant.

Stahl, Chrom, Rubine & Diamanten – wer führt die Härte-Skala an?

Chrom ist härter als Stahl, Diamanten sind härter als Rubine. Doch war früher die Ritzstärke ausschlaggebend für die Bewertung der Härte eines Metalls, so wählt man heute einen ganz anderen Weg.

Zunächst sei gesagt: Härte ist immer der Widerstand, den ein bestimmtest Material einem anderen entgegensetzen kann. Dieser lässt sich mit dem sogenannten Brinell-Härte-Verfahren messen, das auch die Metalldichte zur Bewertung hinzuzieht. Es eignet sich zur Härteprüfung von Leichtmetallen wie Zinn oder Blei bis hin zu den Schwermetallen wie Eisen oder eben Stahl.

Osmium, Wolfram & Iridium – hohe Schmelztemperatur von über 3.000° C.

Die härtesten Metalle der Welt gehören zur Gruppe der Platine. Diese sind extrem dicht, wobei ein Kubikzentimeter Platin rund 20 Gramm wiegt – 20 mal mehr als Wasser beispielsweise. Platin ist somit zwar sehr hart, allerdings immer noch nicht das härteste Metall. Nach Brinell ist es nämlich Osmium, was die Härte-Skala anführt. Die Härte nach Eindringtiefe ist bei Osmium extrem hoch, denn die einzelnen Atome liegen hier sehr kompakt und dicht nebeneinander. Gleiches gilt übrigens für Wolfram und Iridium.

Wie hart die drei Metalle sind, zeigt sich auch anhand deren Schmelztemperatur – sie schmelzen nämlich erst bei einer Temperatur von mehr als 3.000° C. Nicht umsonst kamen Osmium, später auch Wolfram, als Leitmetalle in Glühlampen zum Einsatz. Vermutlich ist jedem das Glühbirnen-Unternehmen Osram geläufig. Der Firmenname wurde von den Metallen Osmium und Wolframabgeleitet.

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